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 Die Villa Bleak

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Angie

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BeitragThema: Die Villa Bleak   Mo Jun 01, 2015 8:28 am

Noch immer konnte ich die Situation nicht richtig erfassen. Ich saß in einem Taxi und beobachtete die Häuser die an mir vorbei zogen. Am Anfang waren es alte Mehrfamilienhäuser gewesen, die dicht an dicht gebaut waren. Doch nun folgte eine Villa nach der anderen. Unschlüssig wickelte ich mir eine Locke um den Finger. Das alles hier war mir irgendwie suspekt. Frühs kam meine Mutter zu mir ins Zimmer und lächelte... Ja, sie LÄCHELTE! Mit weicher Stimme, welche sonst nur Becky zu hören bekommt, bat sie mich in die Stadt zu fahren um etwas abzuliefern. Völlig Schlaftrunken stimmte ich zu. Ich stellte mich also unter die Dusche und machte mich dann fertig, sodass ich nach zwei Stunden los konnte. Spätestens als ich das Taxi sah, wusste ich, dass irgendwas nicht stimmen konnte. Aber bevor ich irgendwas sagen konnte, wurde ich schon in das Auto geschoben. Nun saß ich als hier drin und wurde durch die Gegend gefahren. Was ich wohl abholen sollte?

Irgendwann war es dann also soweit und das Taxi kam vor einem riesigen Haus zum stehen. Ob ich hier wirklich richtig war? Was hatte meine Mutter denn mit solchen Leuten am Hut? Vorsichtig öffnete ich die Türe und trat auf den Asphalt. Auch der Taxifahrer stieg aus, doch war ich viel zu sehr von dem Gebäude abgelenkt. Was machte ich nur hier? Der Kofferraum wurde zugeschlagen. Sollte ich einfach klingeln? "Schönen Tag noch Fräulein!" Warum ist meine Mutter nicht selbst... Warte was!? Schnell drehte ich mich um und stolperte beinahe über den Koffer, den mir der Taxifahrer hingestellt hatte. "H..Hey warten sie! Da muss eine Verwechslung vorliegen!" rief ich, doch das Taxi war schon weg. Was bitte war nun los? Ich öffnete den Koffer und entdeckte meine geliebten Kleider, die unsanft hineingeworfen wurden. Also war es doch keine Verwechslung...

Mit viel Wut im Bauch drehte ich mich um und klopfte lautstark... Mit den Stahlkappenstiefeln an die Tür. Na warte du alte Hexe, dass kriegst du zurück! Ich wartete artig, bis die Türe geöffnet wurde und mich ein Ehepaar mittleren Alters anstarrte. Ich setzte ein Lächeln auf und legte den Kopf schief.
"Hi ich bin Angie, Sarah Marshalls Tochter. Sie sagt ich soll hier was abliefern, aber das Paket hat seine Meinung geändert und würde gerne wieder zurück um der Alten einen Strich durch die Rechnung zu machen. Wenn ich also ganz kurz ihr Telefon benutzen darf um ein neues Taxi zu rufen?"Trotz der boshaften Worte war meine Stimme süßlich wie Schokolade mit Karamellsirup. Nie ein gutes Zeichen.... Dabei konnten die armen Leute hier doch gar nichts für. Zumindest wäre es besser für sie, wenn es wirklich so wäre. Es war erst kurz vor Mittag und nun schon sowas, das war einfach zu viel für mich. Sogar meine Haare waren noch leicht nass, weil ich mich extra so beeilt hatte. Und das war der Dank!? Ich unterdrückte ein schnauben....


Zuletzt von Angie am Mo Jun 01, 2015 8:41 am bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Die Villa Bleak   Mo Jun 01, 2015 8:30 am

Innerlich verarbeitete ich noch den Schock, der es mir wirklich schwer machte, meinen wirklich aromatischen, wahrscheinlich verdammt leckeren Kaffee anzurühren. Ganz zu schweigen von dem Zwieback, dass ich mir gerade eben noch geholt hatte - man musste ja auf seine Figur achten und Kater immer mit besonderer Vorsicht füttern - um zumindest etwas in den Magen zu bekommen. Natürlich war äußerlich nichts davon zu sehen, wie solle es auch. In all der Zeit hatte ich es gelernt, Dinge vor meinen Eltern zu verbergen. Und wenn meine Gefühle und Gedanken dazugehörten, war das sicherlich nicht so verkehrt.

"Krieg ich jetzt also endlich meinen persönlichen Haussklaven?", hatte ich ihnen also mit einem Grinsen auf den Lippen und einem eher anzüglichen Blick entgegengeschleudert, als sie mir mit einem "Du wirst verlobt!" den Appetit redlich verdarben.
Natürlich war es mein Vater, der mir deutlich zeigte, wie sehr ihm meine Antwort gefiel und ich fing mir die erste Ohrfeige des Tages ein. Aber das sollte nicht die einzige bleiben.

Während meine Eltern sich tuschelnd ins Arbeitszimmer meines Vaters verzogen, hatte ich mir also diesen nun vor mir stehenden Kaffee aufgesetzt und das Zwieback rausgekramt. Und wozu die Mühe? Mein Magen rebellierte und mein inneres Ich ebenfalls. Eine Verlobung... ich war siebzehn verdammt! Ich sollte Mitspracherechte in diesem Gebiet des Lebens haben, wurde aber vor jeglichem Einwand mit einer einfachen Handbewegung ausgebremst. Es war beinahe wie damals. Das sollte ich mir eigentlich nicht gefallen lassen.

Ich sah meine Eltern erst zum frühen Mittag wieder, als es an der Tür klopfte. Oder eher hämmerte, den Geräuschen nach zu urteilen, die selbst durch die geschlossene Tür ins Wohnzimmer drangen, wo ich auf der Couch lag, den Kopf so über den Rand hängen lassend, dass ich den laufenden Fernseher kopfüber sah. Es war eh nicht überragend spannend, was dort lief, also machte es nichts, dass ich alles verkehrt herum sah. Der Ton war ebenfalls aus. Neben mir auf dem Tisch stand die noch immer unangerührte Kaffeetasse. Vor mir auf dem Boden machte sich ein Meer aus Zwiebackkrümeln breit, allesamt fein säuberlich von mir zerteilt. Es waren 6, vielleicht 7 Stück bei meiner Handarbeit der Langeweile draufgegangen.
Mit einem Schnauben kam ich in aufrechte Sitzposition, als ich gedämpft eine weibliche Stimme in der Vorhalle ausmachen konnte.
Das war sie dann wohl, meine zukünftige Verlobte. Armes Ding.

Mein Kopf dröhnte noch ein wenig vom Überkopfhängen, als ich durch die Tür den Flur betrat und mit leichten Schritten zu meinen Eltern trat, um meine zukünftige Braut in Augenschein zu nehmen. "Ist sie nicht ein hübsches Ding?", raunte mir meine Mutter lächelnd zu und ich zog eine Augenbraue hoch. Ja, natürlich sah sie ganz niedlich aus in ihrem Kleid und diesen Haaren... verdammt, diese Frisur war wirklich ziemlich süß. Aber was war der Punkt? Es gab auch verdammt viele Kerle, die süß waren, also...?
Ich gab ein leises Seufzen von mir und schob meinen Vater beiseite, der dem Mädchen gerade eine Antwort geben wollte.
Natürlich durfte das süffisant überhebliche Grinsen nicht fehlen. Dennoch war es freundlich, denn ich dachte nicht, dass das Mädchen so viel dafür konnte, dass meine Eltern mich wieder einmal strafen wollten.
"Guten Morgen! Du bist also meine zukünftige Verlobte... komm rein, fühl dich wie zu Hause. Ich muss dich leider vorwarnen: Ich bin schwul... aber möchtest du vielleicht meine Dildo-Sammlung als Entschädigung sehen?"
Ich konnte aus dem Augenwinkel sehen, wie meine Mutter wirklich hart versuchte, ihren freundlich-neutral, einladenden Blick beizubehalten, doch als meine Augen leicht zur anderen Seite zuckten, sah ich nur die entgleisten Gesichtszüge meines Vaters... auch nur kurz. Dann kam die Hand und mit einem Klatschen kassierte ich meine zweite, um einiges heftiger ausfallende Ohrfeige des Tages ein.
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Angie

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BeitragThema: Re: Die Villa Bleak   Mo Jun 01, 2015 8:36 am

Ich stand nun also vor dieser Tür und belästige diese beiden Unbekannten Menschen und dann kam so ein goldblonder Schlaumeier um die Ecke und sorgte dafür, dass ich kurz vor einem Anfall stand. Nur mit viel Mühe schaffte ich es ruhig zu bleiben. Als würde ich so jemanden heiraten... Pah. Jeder Satz der dann noch aus seinem Mund quoll bestätigte diese Meinung umso mehr.

"Sei nicht albern... Ich habe weder Interesse an deiner 'Sammlung', noch daran dich zu hei..." Ich gab einen erstickten Schrei von mir und viel nach hinten. Der Aufschlag war hart und die Luft wurde mir aus den Lungen gepresst, doch der Schock war schlimmer. Er hatte ihn geschlagen! Direkt vor meinen Augen!

"Warum zum Teufel tun sie das?! Er hat ihnen doch gar nichts getan! Glauben sie nicht, dass ihm das körperlich und seelisch weh tut?!" Vorbei mit der 'süßen Mädchen-Nummer' und hallo 'zickes Miststück'. Ich starrte den Vater des blondhaarigen an, machte keinen Hehl aus meiner Feindseligkeit.  Dabei merkte ich nicht einmal, dass ich noch immer auf dem Boden saß, meine Haare und mein Kleid dem Straßenschmutz aussetzte. Doch was ich merkte war das zittern, welches sich durch meinen Körper zog. Natürlich kannte mich der Typ nicht, was ihn aber nicht daran hindern würde mich ebenfalls zu schlagen. Warum ich dann das Maul so weit aufgerissen hatte? Weil ich meistens rede und dann denke. Schon blöd.

"Sie sollten sich echt mal Gedanken über meine Worte machen...." Fügte ich etwas ruhiger hinzu und zog meinen Koffer wieder zu mir.  Es ist schon schlimm, wenn man sich an Gegenstände klammern muss um wieder halt in dieser Welt zu finden. Aber ich hatte die Befürchtung, dass meine Mutter keines meiner Kuscheltiere eingepackt hatte. Also musste nun der Koffer herhalten. Vorsichtig erhob ich mich wieder, spürte aber, wie wackelig ich stand.

Ich gab mir Mühe das zittern zu verbergen und vermied auch jeden Blickkontakt. Ich sah es nicht ein, mich für mein Verhalten zu entschuldigen. Sollen sie doch von mir meinen was sie wollen! "I... Ich glaub es ist besser wenn ich jetzt geh." Zumindest wusste ich sonst wirklich nicht, was ich sonst tun sollte.


Zuletzt von Angie am Mo Jun 01, 2015 8:41 am bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Die Villa Bleak   Mo Jun 01, 2015 8:37 am

Es war nicht so, dass ich schon immer für Fehler geschlagen worden bin. Nein, eigentlich kam diese erzieherische Maßnahme erst vor einem Jahr hinzu. Da bezog ich das erste Mal wirklich Prügel. Also nicht das erste mal Prügel überhaupt in meinem Leben, aber das erste Mal von meinem Vater. Ich konnte es ihm nicht verdenken, ich war schon ein ziemlich widerliches Kind. So etwas wie mich als Nachwuchs wünscht man nicht einmal seinem schlimmsten Feind...wobei, mein Vater würde das wahrscheinlich noch tun, denn Skrupel besessen hatte er nie viele.

Ich überlegte kurz, ob ich noch ein "Aua." von mir geben sollte, doch die brennende Wange wurde so schnell rot, dass sie den Part für mich übernahm und allen Beteiligten anzeigte, dass der Schlag fest war. Ich spürte, wie mir die Tränen in die Augen schossen. Nicht, weil es mir wirklich so wehtat, sondern weil es einfach eine körperliche Reaktion war, die man nur schwer unter Kontrolle bekam. Ich blinzelte schnell die Tränen weg und schürzte die Lippen. "Wirklich?! Vor dem Gast? Was soll sie denn nun von uns denken? ich dachte, ihr wolltet den 'heile Familie'-Schein wahren." Um meine gespielte Empörung zu unterstreichen schüttelte ich den Kopf und betrachtete meinen Vater vorwurfsvoll, der seine Vorschnelle Entscheidung zu bereuen schien. Stattdessen warf er dem Mädchen, dass sich eingemischt, einen kurzen Blick zu, der irgendwo zwischen "Sei nicht so vorlaut" und "Jaja, dummes Mädchen, du weißt ja von nichts", lag und mit einem knappen Lächeln begleitet wurde und packte mich dann unwirsch am Arm. Mit kurzem Grunzen wurde mir mitgeteilt, zu folgen. Und da ich in diesem Moment tatsächlich ein wenig um meinen Arm fürchtete, folgte ich ihm und winkte dem Mädchen über die Schulter kurz zu, bevor ich mich umdrehte, von meinem Vater in die Küche gezogen wurde und leise "He's gonna take me to a gay bar!" sang.

Meine Mutter schien sich während der Zeit endlich gefasst zu haben. "Es tut mir so leid, dass du das mitansehen musstest. Die beiden haben ihre Differenzen, aber mein Mann sieht zur Zeit keine anderen Methoden unseren Sohn im Zaum zu halten." sie streckte leicht die Hand nach dem Mädchen aus und lächelte ihr charmantes Lächeln, das ihr schon in so mancher Businesssituation ausgeholfen hatte.
"Komm doch bitte erst einmal herein, gib mir deinen Koffer, der sieht schwer aus. Wir haben einiges mit dir zu besprechen und das lässt sich über einen heißen Tee im Wohnzimmer viel besser bereden als zwischen Tür und Angel. Und keine Sorge, was unser Sohn sagt gilt. Fühl dich hier wie zuhause."
Man konnte nicht sagen, dass meine Mutter kein diplomatisches Geschick hatte, aber ob das bei dem Mädchen wirken würde, wäre fraglich.

Ich hatte mir unterdessen eine sehr knappe aber eindeutige Standpauke antun dürfen, die im Prinzip nur aus Verboten und Drohungen bestand. Im Zimmer eingeschlossen werden. Strom abgestellt bekommen. Tracht Prügel bekommen. Meine Güte, was ich alles bekommen konnte, wenn ich mich nur anstrengte. Und während mein aufgebrachter Herr vor sich hingrummelte, musste ich unwillkürlich den Schock in den Augen des Mädchens denken, als sie das mitansehen musste. Aber ich musste ihr eines lassen... sie hatte sich meinem Vater gegenüber etwa so vorlaut und aufmüpfig verhalten wie ich. Vielleicht war sie doch nicht dieses kleine Püppchen, für das ich sie zu Beginn gehalten hatte.

Mit einem Lächeln auf den Lippen, meines war echt, das meines Vaters gekünstelt, traten wir wieder aus der offenen Küche heraus und gesellten uns wieder zu den beiden Frauen.
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BeitragThema: Re: Die Villa Bleak   Mo Jun 01, 2015 8:40 am

Ich sah wie die beiden Männer ins Haus gingen und hörte ein paar unpassende Worte vom Blondhaarigen. Dabei sollte man meinen, dass die Ohrfeige vorerst gesessen hatte. Schließlich wand sich die Frau an mich. Sie entschuldigte sich bei mir, schien aber keine Ahnung zu haben, was sie mir damit angetan hatte. Der Tee allerdings klang verlockend und vielleicht könnte ich doch einmal kurz das Telefon benutzen. Ich drehte mich also wieder um. Vorsichtig trat ich durch die Tür, welche mir aufgehalten wurde und stellte den Koffer im Hausgang ab. Das Haus sah innen ähnlich teuer aus wie außen, aber das hätte ich mir ja denken können. Unschlüssig und leicht eingeschüchtert stand ich also im Gang, bevor ich ins Wohnzimmer geführt wurde. Die Dame bot mir einen Platz an und entschuldigte sich dann um Teewasser zu machen. Ich besah mir kurz das Sofa, welches liebevoll mit Krümeln dekoriert wurde. Irgendwie hatte ich so eine Ahnung, dass dies nicht die Idee der Eltern war. Ich wischte diese also weg und setzte mich auf das Möbelstück.

Auch die Wohnzimmermöbel sahen sehr teuer aus, wahrscheinlich kostete das Sofa auf dem ich saß mehr als meine Zimmereinrichtung. Dies entlockte mir ein seufzen. Was tat ich nur hier? Das war nicht meine Welt und wohl fühlte ich mich erst recht nicht. Aus meinen Gedanken wurde ich erst gerissen, als die Mutter mit dem Tee kam. Er roch schon von weitem exzellent! Aber der Tee machte die Situation auch nicht besser. Dankend na ich die Tasse entgegen und beobachtete aus dem Augenwinkel wie sie sich neben mir niederließ. Noch bevor sie etwas sagen konnte, begann ich schon zu sprechen.

"Hören sie.... Ich weiß, dass sie hier jemanden erwarten. Aber dieser jemand kann unmöglich ich sein. Ich bin nur ein armes Mädchen, das nichmal nen Schulabschluss hat. Ich bin also nicht wirklich geeignet um eine 'gute Partie' abzugeben.' Es schmerzte mich innerlich, mich selbst schlecht zu machen. Das hatte ja sonst immer meine Mutter übernommen.... Aber hey, scheinbar hatte sie teilweise wirklich recht. Das schmerzte noch mehr. Ich sah meinem Gegenüber in die Augen, sie wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, doch wurde sie wieder unterbrochen. Diesmal kamen die Herren wieder dazu.

Ich hob den Kopf und sah die knallrote Wange. Dieses Bild schmerzte mich ziemlich, da ich genau wusste, wie er sich nun fühlte. Gedemütigt, ungeliebt und verletzt. Die äußerlichen Schmerzen waren sicher nur halb so schlimm, wie die seelischen. Er tat mir leid... Auch wenn er mir jetzt schon teilweise die Nerven raubte. Dieser Typ Mensch war mir nicht wirklich geheuer..

"Zudem glaube ich auch nicht, dass ihr Sohn davon begeistert wäre, was ich durchaus nachvollziehen kann. Erstens gibt es viel schönere und reifere Frauen als mich und scheinbar findet er das Geschlecht auch gar nicht reizvoll. Also würde ich sagen wir belassen das mal."  Wieder bemühte ich mich um ein Lächeln, auch wenn es nun sicher sehr gequält aussah. Autsch, seit wann war ich nur so fies zu mir selbst? Das zieht mein Selbstbewusstsein wieder in den Keller. Ich musste hier schnell weg..
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BeitragThema: Re: Die Villa Bleak   Mo Jun 01, 2015 8:42 am

Meine Mutter hatte sie also bereits ins Wohnzimmer bekommen. Wenn sie dieses diplomatische Geschick doch nur früher einmal angewendet hätte, wenn es darum ging, meinen Vater zu beschwichtigen, wenn ich wieder einmal einen Test nur mit 95 von 100 Prozent bestanden hatte. Aber da hatte sich die Frau ja immer brav herausgehalten...
Das Wohnzimmer... ich musste an den Zwieback denken, der auf Couch und Boden verteilt worden war und musste unweigerlich Grinsen. Niemand hatte je behauptet, dass ich erwachsen war.

Wir schienen das Zimmer gerade rechtzeitig betreten zu haben, denn ich konnte noch die Worte des Mädchens hören. Sie versuchte also schon, sich aus dem Schlamassel zu reden, indem sie sich selbst unter Wert verkaufte. Ich musste wirklich einen zauberhaften ersten Eindruck hinterlassen haben. Aber es schien kein Zurück zu geben.
Ich räusperte mich leise und nahm mir die Tasse vom Tisch. Meinen Kaffee, der nunmehr lauwarm, beinahe kalt war aber glücklicherweise noch gut genug roch.

Das Gesicht meiner Mutter war angespannt. Sie schien ein wenig überfordert damit, dass das Mädchen so schlecht von sich redete. Andere Menschen aufbauen war nie ihre Stärke gewesen. Genauso wenig, wie verletzten oder leicht verletzbaren Menschen die kalte Wahrheit zu vermarkten. Deswegen hatte sie das Jurastudium nach dem Praktikum beendet und sich der Geschichte zugewandt. Was ist man auch für ein Anwalt, wenn man seinem Klienten nicht sagen konnte, wie es wirklich war?

Ich wollte ehrlich gesagt auch meinem Vater nicht das Wort überlassen, da er dazu neigte, es an Emotionslosigkeit zu übertreiben. Er war ein Mann, der einem Respekt einflößte und nicht selten Hassgefühle in seinem Gegenüber weckte. Ich hatte wenig Lust zuzusehen, wie die beiden sich miteinander anlegten, also ergriff ich das Wort. Ich hatte genug mitbekommen von der gesamten Situation, um dem Mädchen das Ganze irgendwie beizubringen. Ob das nun schonend war oder nicht, würden wir noch früh genug herausfinden.

"Ich hab auch keinen Schulabschluss, ganz zum Leidwesen meines Vaters. Aber das ist nicht wichtig. Das Ganze ist im Prinzip nur eine traurige Farce. Ein Zusammenspiel vieler, wirklich unglücklicher Aspekte." Ich nahm einen großen Schluck meines Kaffees und genoß den Geschmack ein paar Momente auf der Zunge, bevor ich meine Mutter ansah. Sie sah nicht so aus, als würde sie mir den Mund verbieten. Ich schenkte ihr ein knappes Lächeln, das ihr irgendwie verdeutlichte, dass ich es diesmal nicht verkacken würde und fuhr fort, während mein Vater sich auf den Sessel setzte und die Beine übereinanderschlug.

"Sowohl ich als auch deine Mutter haben ein bisschen Mist gebaut, jeder auf seine Weise. Sie sammelte über einen ziemlich großen Zeitraum Schulden bei meinem Vater an. Geldschulden. Ich weiß nicht genau, worum es ging, ich habe nur so viel mitbekommen. Und ich... ich habe schon so einigen Skandal angezettelt, der meinen Vater den Ruf ein wenig ruiniert hat. Man sagt viele Dinge über mich. Gerüchte kursieren... die meisten sind wahr, aber das muss niemand wissen." Doch, eigentlich sollte es die ganze Welt wissen, was meine Eltern verschissen hatten! Ich, genau so wie ich war, war das Produkt ihrer verfehlten Erziehung und mein Verhalten sollte eine Warnung an alle werdenden Elten der Welt sein: Behandelt eure Kinder wie Lebewesen, nicht wie wandelnde Enzyklopädien. "Deine Mutter kann die Schulden nicht begleichen, sie bot uns dich an. Und meine Eltern sahen darin wohl eine Chance, billig an eine Person heranzukommen, die mich zum einen wieder 'geradebiegen' soll und zum anderen, um Gerüchte über meine Homosexualität aus dem Weg zu räumen... mit einer Verlobung." Mein Gesicht drückte ehrliches Mitgefühl aus. "Es tut mir so Leid, dass du hiereingeraten bist...", murmelte ich, senkte den Blick und trank meinen Kaffee.
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BeitragThema: Re: Die Villa Bleak   Mo Jun 01, 2015 8:43 am

Ich hörte seine Worte, versuchte irgendwie herauszuhören, dass es sich hier um einen schlechten Scherz handelte. Aber es ergab alles Sinn. Die netten Züge meiner Mutter, der Koffer und sein offenkundiges Mitleid. Meine Mutter hatte mich also verkauft? Hatte mich einfach wie ein Stück Vieh diesen Menschen überlassen? Ja, dass passte zu der alten Hexe! Für so etwas war die verhasste Tochter dann also gut genug...

"Dieses widerliche Miststück!" kreischte ich, sprang vom Sofa und tigerte durch das Zimmer. "Das wird sie büßen!" zischte ich und malte mir schon die schlimmsten Szenarien aus. Wie konnte sie nur!? Ich war unglaublich sauer, wollte mich fast gar nicht mehr beruhigen, doch dann drängte sich etwas zwischen meine Rachepläne. Meine Schwester! "Was ist mit meiner Schwester Rebecca?" Fragte ich, plötzlich ziemlich kleinlaut. Sie war doch meine letzte Bezugsperson auf dieser Welt. Wenn ihr etwas zustoßen würde... Wenn meine Mutter sie ebenfalls an diese Menschen verkaufen würde! Nein, niemals. "Wenn meine Mutter auch meine Schwester angeboten hat... Dann will ich sie bitten, dass sie dieses Angebot ablehnen. Was mit mir passiert ist nicht wichtig, aber meine Schwester soll das nicht auch mitmachen müssen." Erklärte ich und setzte mich wieder auf das Sofa. Inzwischen war ich Leichenblass geworden, weil ich doch die ganze Zeit nur an mich gedacht hatte. "Bitte." Fügte ich schließlich noch hinzu, obwohl mich das viel Überwindung kostete. Schließlich hatten mich diese Leute... gekauft!? Aber ich ignorierte meinen Stolz, wollte nur meine Schwester in Sicherheit wissen.

"Dann spiele ich auch bei diesem Drama hier mit." Mein Leben für das meiner Schwester sozusagen. Jeder andere würde mich wohl für verrückt halten, doch diese eine Person war das wichtigste in meinem Leben. Für so eine Person tat man doch alles oder nicht? Bedingungslos loyal, auch wenn man dafür echt was einstecken muss.

Ich saß nun also meinem zukünftigen Mann und den Schwiegereltern gegenüber. Zumindest war das meine Rolle für die Außenwelt. Dabei kannte ich noch nicht einmal die Namen dieser Menschen! Die Situation war so skurril, dass ich wirklich glauben könnte zu träumen... Aber dann wäre ich nun schon längst aufgewacht. Plötzlich entwich mir ein irres kichern. Ob meine Mutter ihnen erzählt hat, dass ich Berührungsängste habe? Es hat sie mit der Zeit bei mir entwickelt, dass ich mich nicht anfassen lassen kann von anderen. Körperkontakt sorgt dafür, dass ich mich verkrampfe und ich kann dies nur schwer eindämmen. Wenn mir eine Person was bedeutet, dann geb ich mir wirklich viel Mühe... aber wenn dem nicht so ist, dann geht das einfach nicht. Naaaw, also keine schönen Bilder für die Nachwelt.. wie Schade. Halt warte, das war es NICHT!

"Das heißt dann wohl, dass ich bald nicht mehr Marshall heiß. Wie also sonst?" Ich warf den dreien einen Blick zu, der sicher schwer einzuschätzen war. Was gerade in mir vorging verstand ich ja nicht einmal selbst.
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BeitragThema: Re: Die Villa Bleak   Mo Jun 01, 2015 8:45 am

Und da war er wieder, dieser Funke an Leben in dem Mädchen, der mich vorhin schon ein wenig beeindruckt hatte. Ich hegte irgendwie die Hoffnung, dass ich mit ihr hier zusammen wohnend, mehr Spaß haben konnte, als mit jedem x-beliebigen Püppchen, das genauso viel Make-up trug wie ich. Aber dafür musste ich mich natürlich mit ihr gutstellen.
Ich war nicht immer leicht händelbar, das wusste ich, aber ich war auch kein (gegenüber Frauen) perverser, notgeiler Nervenbolzen, sondern eher ein offener, interessierter lebhafter Mensch. Vielleicht konnten wir das Ganze irgendwie einigermaßen unbeschadet überstehen.
Bei ihrem Temperament schien Ärger zwar zeitweise vorprogrammiert zu sein, aber was ist eine gute Ehe ohne ein paar klärende Streitereien?

Meiner Mutter schien dieses Feuer in dem Mädchen etwas weniger zu gefallen, denn sie warf meinem Vater einen besorgten Blick zu. Mit einer minimalen Geste seiner Finger, die auf der Armlehne des Sessels ruhten, winkte er ihre ungesagten Zweifel ab und setzte sich ein wenig auf. Aber ich war ihm schon in das noch nicht begonnene Wort gefallen:
"So interessant ich Harems auch finde, i--" "Casimir!" Es war kein wirklich laut erhobenes Wort, sondern sachlich und in gefährlich ruhigem Tonfall gesprochen. Doch das Wort troff vor Drohung, weswegen ich innehielt und an unser eben geführtes Gespräch dachte: Keine sexuellen Formulierungen, solange wir im Haus sind! Ich senkte den Blick und ließ ihn fortfahren.

"Deine Schwester stand nicht zur Debatte. Für dieses Unterfangen war ein Mädchen genug. Außerdem wäre sie zu jung für eine Verlobung und zwei Mädchen zu verpflegen, wenn uns nur eine von Nutzen ist, wäre Verschwendung von Ressourcen. ...Sie wurde uns auch nicht explizit angeboten."
Autsch - mein Vater hatte so ziemlich in jedem Satz jegliches Mitgefühl für das Mädchen ausgemerzt und es formuliert wie ein wahrer Firmenleiter: Profit, nichts als Profit und so wenig Verlust wie möglich. Und das Ganze, ohne gegen Gesetze zu verstoßen.

Ich schüttelte leicht den Kopf über seinen letzten Satz. Den hätte er sich wirklich mehr als sparen können, doch leider wusste ich, was er damit bezweckte. Wer würde schon gern zu einer Mutter zurück, die explizit nur einen selbst an Fremde verkauft hatte, ohne vorher an weitere Geschwister zu denken. Ich konnte mir gut vorstellen, dass ein zukünftiges Zusammenleben, sollte das Mädchen abhauen und dort wieder einkehren, mehr als unangenehm wäre.

"Vorerst wird es bei einer Verlobung bleiben. Zuerst sollt ihr euch wenigstens ein bisschen kennenlernen.", fuhr meine Mutter ein wenig versöhnlicher als mein Vater zuvor, fort. "Unser Nachname ist Bleak, unser Sohn heißt Casimir." - "Der Name selbst ist wahrscheinlich eine größere Strafe als alles, was du dir vorstellen kannst." Ich versuchte, ein freundliches Lächeln aufzusetzen, doch mein Vater beobachtete mich recht scharf, weswegen es letztendlich ein wenig eingeschüchtert aussah.
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BeitragThema: Re: Die Villa Bleak   Mo Jun 01, 2015 8:45 am

Ich konnte gar nicht anders, als erleichtert auszuatmen. Meine Schwester würde also bei meiner Mutter bleiben. Klar erschien es seltsam, dass mich diese Tatsache erleichterte. Aber meine Mutter hatte ihr in all der Zeit nichts angetan.. Also hoffte ich einfach, dass es so blieb. Durch meine Erleichterung hatte ich beinahe nicht mitbekommen, wie unheimlich nett der Vater dies verpackt hat.  Ich warf ihm wieder einen kurzen, undeutbaren Blick zu, doch diesen schien er gar nicht wahrzunehmen. Gott, war der Kerl unsympathisch. Ich bewunderte Casimir, so schien sein Name ja zu sein, dafür, dass er es so lange mit ihm ausgehalten hatte. Mich hätte es wohl auch hier auf die Straße gezogen. Dort war es zwar gefährlicher, aber zumindest nervte einen keiner. Ich sah aus dem Augenwinkel, wie der blondhaarige den Kopf schüttelte. Ohweh der Ärmste....

"Oh, das freut mich natürlich ungemein." Ich lächelte und verfiel wieder in meine süßliche Tonlage. Ihr werdet eure Entscheidung noch bereuen, ihr miesen, kleinen.... Argh! Innerlich kochte ich natürlich und stand kurz vor dem nächsten Wutanfall. Aber ich bemühte mich um Ruhe... Ganz viel. Zumindest vorerst. Ungewollt half mir sein Vater dabei, indem er weiterlaberte.  Am liebsten hätte ich ihn ja ausgeblendet, denn das tat ich bei meiner Mutter auch immer.. Aber hier ging es ja irgendwie um mein zukünftiges Leben oder so. Und nicht, dass sie noch auf die Idee kamen, mich gegen meine Schwester auszutauschen! Das würde ich diesem eiskalten Drecksack durchaus zutrauen… Und sicher wäre es dann wieder meine Schuld, wenn sie Beccy meiner Mutter entziehen. Hatte also eh keine große Wahl.

Bleak also... Angie Bleak? Echt jetzt? Klang nicht halb so cool, wie mein jetziger Nachname! Aber gut, noch durfte ich diesen Namen ja nutzen. Und er hieß also wirklich Casimir... Hmh, definitiv ein ungewöhnlicher Name, aber nicht so schlimm, wie er meinte. "Es gibt schlimmeres würde ich sagen." Erwiderte ich auf seine Aussagen hin, bemühte mich um mein Pokerface, das aus einem Lächeln bestand. "Mein Name ist Angie. Nicht Angelina, nicht Angelika und vor alledem nicht Angelique. Nur Angie." Ich war einfachmal so frei und stellte dies jetzt schon klar. Ich hasste es, wenn man meinte meinen Namen fälschlicherweise in die Länge ziehen zu müssen...

"Und ich soll jetzt dann hier also wohnen? Ich hoffe ich hab wenigstens mein eigenes Zimmer.. Oder zumindest ein Bett. Wenn nicht ziehe ich das Sofa vor. Nichts gegen dich.. Ja?" Damit lächelte ich Casimir entgegen. Ich könnte niemals zur Ruhe kommen, wenn ich neben einer fremden Person liegen müsste. Egal ob schwul oder nicht. "Wobei wenn ich doch sowieso auf Dauer hier sein soll, um einen auf glückliches Eheweib zu machen, dann sollte schon ein Doppelbett mit vielen Kissen und... Ein paar Kuscheltieren bei rausspringen oder?" Wie gesagt, die werden sich das schon nochmal überlegen und ich fange ja auch gerade erst an. Wie wäre es mit einem Schokoladenspringbrunnen? In Lebensgröße? Also jetzt nicht gerade meine, aber so als Anschaffung für später mal.
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BeitragThema: Re: Die Villa Bleak   Mo Jun 01, 2015 8:48 am

Ich konnte einfach nicht anders als vor mich hingrinsen, als ich die Konditionen hörte, die Angie verlangte. Viele Kissen und Kuscheltiere, sie schien auf ähnlichem Dampfer wie ich zu sein. Hauptsache viel zum drin wälzen, wenn man im Bett lag.
"Keine Sorge, ich bevorzuge mein eigenes Bett und den Platz, den ich habe, wenn ich allein darin liege.", kicherte ich.
Mein Vater verdrehte über gesamtes Gehabe genervt die Augen und stieß einen Seufzer aus. Signalisierte dann mit einem Blick zu meiner Mutter irgendetwas, was wohl zuvor schon abgesprochen war.
Dann packte er meinen Arm und zog mich wieder aus dem Wohnzimmer heraus. Ich starrte etwas verwirrt um mich und stolperte hinter ihm her, bevor er mir im Flur 5000$ in die Hand drückte. "Du weißt, wo die Kataloge liegen. Sie bekommt das Gästezimmer. Schränke bleiben, aber sieh zu, dass sie ihr Wunschbett bekommt. Der Rest kann für was auch immer ausgegeben werden. Und mit 'was auch immer' meine ich das, was Mädchen so brauchen." Ich nahm das Geld entgegen, steckte es mir in eine der hinteren Hosentaschen und nickte leicht. 'Was Mädchen so brauchen'. Ich dachte nach, was sich da so groß von dem, was ich brauchte, unterschied und fand eigentlich nur einen einzigen Punkt. Und ich war irgendwie froh, dass ich das nicht brauchte.
"Ach ja: Online. Ihr werdet die ersten Wochen dieses Grundstück nicht verlassen. Gib der Haushaltshilfe deine Einkaufslisten, sie macht die Besorgungen. Wag es nicht, dich der Regel zu widersetzen, hast du verstanden?" Ich nickte wieder und seufzte. Blickte auf meine Füße.

"Du bekommst natürlich dein eigenes Zimmer. Es befindet sich oben auf der rechten Seite. Das Zimmer ist bereits möbliert, aber ich nehme an, das Bett wird dir nicht ausreichen. Dafür wird gesorgt, keine Sorge.", meine Mutter lächelte das Mädchen an. Dann drückte sie ihr eine kleine Visitenkarte oder etwas ähnliches in die Hand.
"Dies ist unsere Hausnummer. Also die Nummer, unter der du uns Eltern immer erreichen kannst. Wir wohnen in der Stadt in einem Apartment um euch genug Freiraum hier zu lassen, euch kennenzulernen. Ich hätte zudem einen Gefallen, um den ich dich gern bitten würde, wenn das in Ordnung ist." Ihr Lächeln wurde schmaler und ihre Züge nahmen einen ernsteren Gesichtsausdruck an: "Ich möchte dich bitten, uns zu informieren, wenn Casimir...Besuch empfängt. Besuch jeglicher Art. Es reicht, wenn du uns einmal die Woche über das Geschehene aufklären würdest, da wir von unserer Wohnung aus wenig Einfluss auf den Jungen haben. Ich hoffe du verstehst, was ich meine... wir möchten nicht, dass es zu noch mehr Skandalen kommt..." Ihr Blick wurde etwas wehmütig und sie blickte kurz auf ihre Hände, die im Schoß gefaltet waren. "Wir werden euch nun allein lassen. Casimir wird dir dein Zimmer zeigen und sich mit dir um das Bett, das du möchtest kümmern."
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BeitragThema: Re: Die Villa Bleak   Mo Jun 01, 2015 8:50 am

Okay... Irgendwie war das schon etwas cool. Ich wohnte nun in einer Villa und bekam sogar ein rießiges Doppelbett mit Kissen und Stofftieren. Dafür musste ich bei Leuten bleiben, die mich erkauft hatten... Ich glaube, dass war ein ganz akzeptabler Deal. Auf der Straße oder Daheim gab es solchen Luxus nicht. Mein Bett bestand entweder aus vielen Decken oder einer dünnen, alten Matratze. Bequem schlafen war eigentlich schon lange ein Fremdwort für mich gewesen. Deshalb freute ich mich auch so darüber.


Als sie dann weiter sprach, wurde die Sache fast noch besser. Sein Vater würde gar nicht hier sein! Das war wohl das beste vom ganzen. Auf kurz oder lang wären wir uns wohl an die Gurgel gegangen... Aber wenn er nur manchmal vor der Tür stand, dann war das okay. Apropro wo sind die beiden schon wieder hin? Das die beiden ständig verschwanden verwunderte mich. Jetzt hatte der arme Kerl doch wirklich nichts falsch gemacht oder?

"Hmh okay. Ich glaube, dass sollte ich hinkriegen." Ob ich das auch wirklich tat war die andere Sache. Mir war es im Prinzip egal und der Kerl hatte zwei Beine. Wenn er zu den Leuten hinging konnte auch ich nichts gegen machen und ich hatte sicher besseres zu tun als ihm zu folgen! Zudem würde ich nach möglichkeit wieder zu den anderen gehen. Sicher machten sie sich Sorgen. Besonders Nana und D. würden rumspinnen und mich suchen wie Jagdhunde, denn sie haben gesehen, wie mich die Polizei weggeführt hat. Bestimmt meinen sie, ich wäre jetzt im Jugendknast. Ich sollte mich definitiv bei ihnen melden...


Nachdem seine Eltern das Haus verlassen haben, kam mir das Gebäude erdrücken groß vor. Nein ich fühlte mich nicht klein! Nur etwas.. vielleicht. Mittlerweile standen wir im Flur, schließlich musste ich meinen großzügigen Schwiegereltern mit Engelsmine einen schönen Tag wünschen. Ich warf einen kurzen Blick zu Casimir. "Ich glaube ich sollte mich nun erstmal... Entpacken. Wo war nun nochmal mein Zimmer? Mehr als Trepoe hoch konnt ich mir durch die Informationsüberflutung nich merken." Gestand ich, schnappe mein Gepäck und erklom die Treppen nach oben. Der Koffer war zwar nicht leicht... Aber auch nicht schwer. Was mir meine Mutter da wohl reingestopft hatte? Meine Kleider, zumindest zwei bis drei habe ich erkannt. Aber meine Kniestrümpfe? Meinen geliebten Schlabber-Flausch-Pullover? Ich hoffte es inständig, denn sonst müsste ich sie holen gehen und sehen wollte ich die Frau ehrlich gesagt nicht mehr.

"Tut mir übrigens echt leid wegen deinen Eltern. Ich dachte meine Mutter is schlimm, aber sowas? Wäre deinem Vater noch irgendwann an die Kehle gegangen." Gestand ich und stellte meinen Koffer oben angekommen ab. Ich hoffte, dass ernicht genauso war. Sonst würde ich nicht lange hier bleiben, Doppelbett hin oder her!
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BeitragThema: Re: Die Villa Bleak   Mo Jun 01, 2015 9:09 am

Mein Vater verließ das Haus ziemlich kommentarlos, ließ die Tür offen. Dem enttäuschten Blick meiner Mutter konnte ich auch gerade so ausweichen. Die Tür fiel ins Schloss und mein "Ich wünsch euch auch noch 'nen schönen Tag!." verhallte wohl ungehört im Flur.
Ich betrachtete die Eingangstür wohl einige Augenblicke, bis ich hinter mir Schritte und schließlich neben mir eine Stimme hörte. Nicht nur irgendeine, die meiner zukünftigen Frau.

Ihre Frage riss mich aus nicht wirklich wichtigen oder zielgerichteten Gedanken, die irgendwo zwischen 'Warum?' und Hunger hingen, und halb abwesend nickte ich. Folgte ihr die Treppe hoch, ohne eine Chance gehabt zu haben, ihr den Koffer abzunehmen. Natürlich war ich nicht unbedingt so erpicht darauf gewesen, das Teil zu tragen, aber zumindest hätte ich mich von hilfsbereiter Seite zeigen können. Naja, hatte nicht sein sollen, aber das war egal. Dafür öffnete ich die erste Tür rechts und hielt sie ihr auf. "Hier, das wird dein Zimmer. Wenn es dir gefällt. Meines wäre auch noch frei. Ich hab mich ins Schlafzimmer meiner Eltern verzogen... Bett ist größer, Fernseher besser...das Übliche eben."
Ich lächelte kurz und ließ die Türklinke los.

"Ach was, das muss dir nicht leid tun. Dafür haben sie auch einen Sohn bekommen, den sie verdienen. Sind ja selbst Schuld..." Ich zuckte mit den Achseln und schürzte die Lippen. "Und glaub mir... ich geh ihm auch sehr häufig an die Gurgel... das Echo ist nur nie sonderlich gemütlich." Ziellos schlenderte ich durchs Gästezimmer und ließ mich schließlich auf einem freistehenden Stuhl nieder. "Bezüglich des Bettes..." ich hüpfte wieder auf und fingerte die Geldscheine aus meiner Hosentasche, "...darum können wir uns ja gleich als erstes kümmern, wenn du dich... entpackt hast. Wir müssen uns leider auf Onlineshopping oder Katalogbestellungen beschränken, mein Herr Vater wünscht, dass wir das Grundstück die erste Zeit nicht verlassen. Die Haushaltshilfe wird das überprüfen und glaub mir... sie ist schon einiges von mir gewohnt, so leicht lässt sie sich nicht veralbern." Ich lächelte ihr aufmunternd zu. "Aber glaub mir, bis wir hier wegkommen, kriegen wir uns hier schon irgendwie arrangiert und amüsiert. Ist zwar ein goldener Käfig hier, aber.... naja." Ich räusperte mich und ließ mich wieder auf den Stuhl plumsen, der ein leises Ächzen von sich gab. "Und nochmals... es tut mir wirklich...wirklich leid, dass du jetzt hier mit mir rumhängen musst."
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BeitragThema: Re: Die Villa Bleak   Mo Jun 01, 2015 9:20 am

Schüchtern betrat ich den Raum. Wirkte wirklich sehr steril und Standardmäßig eingerichtet hier. Das würde ich noch ändern müssen. Aber das war wohl das geringste Problem. "Neenee das Zimmer ist schon okay. Im Gegensatz zu meinem alten ist das hier schon fast luxuriös." Meinte ich nur und warf meinen Koffer vor den Schrank. Sah nicht so aus, als wäre er aus dem nächsten 08/15 Möbelhaus entlaufen. Und sowas soll ich als Nutzgegenstand missbrauchen? Schlimm sowas.

Ich sah aus dem Augenwinkel, wie sich der blondhaarige auf einem Stuhl niederließ und hörte was er sprach. Wir durften das Gelände NOCH nicht verlassen? Okay.. Besser als gar nicht.. Hatten sie wohl Angst, dass ich gleich abhaue oder was? Was für seltsame Menschen. "Ist schon okay.. Für vorerst. Länger als n Monat hält mich nix." Sagte ich ehrlich und öffnete den Reisverschluss meines Koffers. Heraus quollen Kleider, Strümpfe, Hosen, Oberteile und Unterwäsche. Ja sie konnte es definitiv nicht abwarten mich loszuwerden. Sie hat meinen Kleiderschrank einfach reingestopft... Es waren sogar Kleiderbügel darin!  Ging ihr wohl alles nicht schnell genug. Seufzend zog ich mein Lieblingskleid, ein knielanges schwarzes mit Zierkettchen und viel Spitze, aus dem Wirrwarr und zog es glatt. Dann nahm ich einen Kleiderbügel und hing es auf.

"Mach dich nicht so runter! Wir kriegen das schon irgendwie hin. Wird ne Umstellung, aber meine Güte. Nur weil wir etz verlobt sind heißt das ja nicht, dass wir 24 Stunden aufeinander sitzen müssen. Und die Zeit wo wir hier sind, können wir wirklich nutzen um uns kennen zu lernen. Dann wird das vielleicht auch einfacher." Für mich. Für ihn. In der Zeit hatte ich schon ein paar Oberteile und Shirts im Schrank verräumt. Zum Glück hatte meine Mutter meine Klamotten genommen und nicht irgendeinen schicken Fummel rein geschmissen, den ich niemals anziehen würde. Ich drehte meinen Kopf kurz in seine Richtung, lächelte freundlich. Es war nicht seine Schuld, deshalb sah ich keinen Grund ihm Feindseelig gegenüber zu treten. Zudem tat er mir grad einfach leid. Er hatte es auch nicht einfach.

"Wir kriegen das schon hin, mach dir keinen Kopf." Sagte ich aufmunternd und begann dann wieder meinen Koffer auszuräumen. Ich legte meine Kniestrümpfe zusammen und verräumte diese in eine Schublade. "Was machst du so den ganzen Tag... Also im Normalfall und ohne einen Skandal auszulösen?" Fragte ich nebenbei, wollte doch wissen, was man hier so anstellen konnte. Irgendwie musste man die Zeit doch totschlagen können.

Vorerst hatten wir ja was zu tun. Wir würden uns wohl um das 'Geld aus dem Fenster werfen' kümmern... Und wenn das Bett bestellt ist... Könnte vielleicht auch noch ein paar Kleider rausspringen. Aber was könnte man dannach tun? Normalerweise würde ich um die Zeit gerade mal aufstehen und mir mit Nana irgendwelchen Blödsinn ausdenken. Aber er war eben nicht Nana... Ich kannte ihn nicht und das machte die Situation komplizierter.
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BeitragThema: Re: Die Villa Bleak   Di Jun 02, 2015 8:43 am

Ich betrachtete die Geldscheine in meiner Hand und dachte ans Onlineshopping, eine meiner Lieblingstätigkeiten, wenn ich wirklich gar nichts zu tun hatte. Bis mir was einfiel und ich in leises Gelächter fiel. Mein Vater mochte intelligent und verschlagen sein, wusste, wie man PCs an- und ausmachte, wie man Word nutzte und Sachen druckte...aber Online-Shops. Anscheinend nicht. Musste ich wohl auf meine Kreditkarte zurückgreifen.
"Sieht wohl so aus, als hätten wir mehr Geld, das wir verprassen können, als gedacht. Ich hab bisher noch keinen Onlineshop gesehen, bei dem man bar bezahlen kann... Aber ich hab mir mal heimlich ne Kreditkarte ausstellen lassen, nutzen wir die."
Ich Warf das Geld über mir in die Luft und ließ die Geldscheine hinabsegeln wie Blätter im Herbst von den Bäumen fielen. Braucht eich nur noch einen Lieferanten für mein Vorhaben. Pizzalieferanten waren da meist ganz passabel.
Als das ganze Geld um mich herum verteilt auf dem Fußboden lag, einige Scheine auch in meinem Schoß oder zwischen meinem Rücken und Stuhllehne eingeklemmt, betrachtete ich die Kleider, die Angie da reihenweise aus ihrem Koffer zog. Sahen schon irgendwie ganz nett aus, im Gegensatz zu dem, was die Jugend heutzutage sonst so trug.
"Nette Garderobe, ich bin gerade fast ein bisschen neidisch auf deine Kniestrümpfe." Ich grinste leicht und ließ mir ihre Frage durch den Kopf gehen. Was machte man hier so....
"Naja Wenn ich die Zeit nicht damit verschwende - und das Geld - mir Kram im Internet zu kaufen, dann gibt es hier mehr Fernseher als Menschen mit Augen im Kopf, zwei oder drei Spielkonsolen und Spiele, PCs mit Internetzugang - natürlich, Onlineshopping wäre sonst ein ebenso großer Scherz wie das Bargeld - einen leicht zu knackenden Schrank mit Alkoholvorrat, Telefone, mit denen man Lieferservice oder Leute anrufen kann...Telefonstreiche, Sexhotlines, was immer dein Herz begehrt. Sonst haben wir noch einen langweiligen Garten, 'nen Basketballkorb, Matratzen, mit denen man die große Treppe hinunterrutschen kann, eine qualitativ recht hochwertige Stereoanlage mit USB-Port, da ich befürchte, meine Musik ist vielleicht nicht unbedingt von deinem Geschmack. Wir haben einen großen Keller, in dem es voll Gerümpel und spannender Sachen nur so strotzt, wir haben Mikrophone für Karaoke und mehrere Gitarren. Unsere DVD-Sammlung ist dank meiner ausgiebigen virtuellen Shoppingtouren ziemlich groß und im Notfall können wir essen bis wir platzen." Hatte ich irgendetwas vergessen?.... Ja. Aber ich glaubte nicht, dass es angebracht wäre, solche Dinge jetzt schon zu erwähnen.
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BeitragThema: Re: Die Villa Bleak   Di Jun 02, 2015 8:45 am

Ich packte weiter den Koffer aus, legte alles anständig zusammen und verstaute es. Auf meine Kleidung hatte ich schon immer acht gegeben. Auf alles andere... eher nicht. Nebenher hörte ich natürlich meinem 'Verlobten' zu. Das ich dieses Wort jemals in dem Mund nehmen würde... Unglaublich. Er erzählte von dem kleinen Fehler seines Vaters und ich musste mir ein Lachen verkneifen. Die Alten hatten einfach keine Ahnung vom Internet... Meine Mutter gehörte da auch dazu. Aber er schien schon eine Lösung für das Problem zu haben. Als ich das nächste mal meinen Blick hob, sah ich viele Geldscheine in der Luft herum wirbeln. Das er nicht ein Kind der Armut war, war mir schon bewusst. Aber das er das Zeug achtlos im Zimmer rumschmiss wie andere Leute Konfetti.. Noch unglaublicher.

"Uh.. Ich.. Danke. Kniestrümpfe habe ich wirklich viele... Und ich gebe darauf auch gut acht. Jedes Paar passt zu einem Rock oder Kleid.. Oder einer Hotpant. Wenn da welche Fehlen oder Kaputt gehen würden, wäre das ganze System im Eimer." Nenn mich ruhig Freak, ich weiß durchaus, dass sowas nicht normal ist. Aber wenn man eben nicht viel hatte, zumindest auf legalem Weg, dann war solch ein System schon angebracht in meinen Augen.

In der Zeit war ich dann endlich fertig geworden, hatte mich aufs Bett gesetzt und starrte fasziniert auf die Geldscheine, die vor mir lagen. Was ich mir dafür alles kaufen könnte! Doch genug von solchen Gedanken, jetzt wurde es interessant! Er zählte gerade fleißig auf, was man hier alles tun konnte. Gut das meiste war jetzt nicht so der Brecher... Aber Matratze und Treppe klang nach viiiiiel Spaß, besonders in Verbindung mit Alkohol und auch das Karaoke war wortwörtlich Musik in meinen Ohren. Okay... Wenn ich mit den anderen unterwegs war und die dann ins Mikro plärrten, klang dies mehr nach ner Seehundshow... Aber mir selbst machte das Singen so viel Spaß, dass ich darüber hinweg hören konnte.

Meine Augen begannen nun sicher schon zu leuchten, denn mit dieser Maschine werde ich mich wohl lange Zeit beschäftigen können. Nunja zumindest bis meine Stimme meine Pläne durchkreuzte. Aber alles nacheinander! "Wir sollten uns jetzt wohl erstmal um das Bett kümmern. Und um die Ausstattung. Weil Kissen und... Plüsch?" Ich konnte es mir einfach nicht verkneifen, denn ich liebte kuscheligen Untergrund. Ähnliche Vorlieben hatte ich schon bei Katzen festgestellt, deshalb mochte ich diese Tiere auch so. Aber damit sollte ich wohl nicht gleich um die Ecke kommen. Erstmal alles einkaufen, um mich wenigstens in einem Raum hier wohl zu fühlen. "Also muss auch nicht gleich das ganze Bett voll sein. Nur n paar Stofftiere oder so." Fügte ich hinzu. Hielt er mich nun für kindisch und unreif? Selbst wenn... Interessiert mich eigentlich nicht wirklich. Ich war nunmal so, verdammt!
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BeitragThema: Re: Die Villa Bleak   Di Jun 02, 2015 8:45 am

Ich musste mein unermüdlich perverses Hirn schon ein wenig zurechtzäumen als sie von Hotpants in Kombination mit Kniestrümpfen sprach. Natürlich hatte ich unmissverständlich vermittelt, dass ich schwul war... aber vollkommen die Wahrheit ist es nicht gewesen. Pornos waren bei mir in alle Richtungen... aber Escort für Frauen war mir zu gruselig, da sich zu 70% ältere Frauen meldeten und das hatte mich schon etwas abgeschreckt. Jetzt so im Nachhinein eine dumme Angst oder eher Abneigung, da auch rund 30% meiner jetzigen Kunden älter als 30 waren...

Aber das gehörte jetzt gar nicht in meinen Kopf. Alles was vorerst zählte, war, sich nichts anmerken zu lassen, was bei einem Teenager - noch - in "Nöten" nicht immer das einfachste sein würde. Aber dafür hatte Gott ja die Masturbation erfunden. Und schon musste ich ein Grinsen unterdrücken.
Ich zupfte einen Geldschein zwischen meiner Schulter und Stuhllehne hervor und wedelte leicht damit.
"Na ich glaub, jetzt brauchst du dir erst Mal keine Sorgen um fehlende Kniestrümpfe mehr machen, was?"

Wirklich auf Angies Reaktion hatte ich beim Aufzählen der Möglichkeiten einer heutigen Abendunterhaltung nicht geachtet, aber ich hoffte, das wenigstens irgendetwas davon ihren Wünschen oder Vorlieben entsprechen könnte, aber sie hatte Recht, erstmal die Zimmereinrichtung!
"Ja, hast recht." Das Gästezimmer hatte noch keinen Computer, wofür wohl als nächstes gesorgt werden musste. Wofür hatte ich die wirklich praktische Fähigkeit, in das Büro meines Vaters einzubrechen, wenn nicht für solche Zwecke?
"Vorerst müssen wir mit dem Computer in meinem Zimmer Vorlieb nehmen, ich werde dir später den PC meines Vaters aus dem Arbeitszimmer klauen. Den wir er so schnell nicht vermissen und alles wichtige ist schon darauf installiert. Lassen sich auch Spiele drauf spielen, schon getestet."

Ich grinste ein schelmisches Grinsen, das nur eines bedeuten konnte: Ich wusste wovon ich sprach. Natürlich tat ich das. Wenn mein PC gesperrt wurde, weil Hausarrest zu cool für meine Alten war und hier am Arsch der Welt eh nutzlos war, dann nutzte ich eben mein Talent und einen USB Stick, um meine frivolen kleinen Streiche zu spielen. Natürlich hatte es immer irgendwelche Strafen zur Folge, aber das Gesicht meines Vaters zu sehen, wenn er den PC hochfuhr und das Bild eines nackten Mannes in voller Erregung als Desktophintergrund betrachten durfte... es war Gold wert. Zumal er mich bitten musste, es zu ändern.

Ich richtete mich auf und ging zur Zimmertür. "Was wär das Leben ohne Plüsch... du kannst so viel davon haben, wie du willst. Kissen, Decken, Kuscheltiere... jedem das seine." Ich lachte leise. Da hatte wohl jemand einen Flausche-Fetisch.

Der PC war noch an von meinem letztabendlichen Ausflug ins Interweb. Onlinebettenlager waren schnell gefunden und ich überließ Angie den Stuhl direkt vor dem Bildschirm.
"Such dir eins raus. Die Größe ist egal, Preis auch. Und wenns nicht passt, wirds passend gemacht. Möbelrücken war schon immer ganz spannend. Vielleicht kriegen wir ja zwei schmackhafte, gut gebaute, schwitzende Möbelpacker, die uns helfen...." Ja, mein Grinsen war ein wenig obszön, aber lieber gewöhnte sie sich jetzt schon dran, als dass es irgendwann ganz plötzlich aus mir herausbrach.
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BeitragThema: Re: Die Villa Bleak   Di Jun 02, 2015 8:46 am

Ich nickte schwach und zauberte ein lächeln auf mein Gesicht. Daran würde ich mich wohl so schnell nicht gewöhnen. Alles zu kriegen, was man möchte. Einfach so. Aber es klang schon ziemlich cool. Das musste ich einräumen. Seine nächsten Worte aber iritierten mich. Er wollte mir den PC seines Vaters klauen? Waren da nicht wichtige Daten drauf? Und sicher war er auch nicht begeistert, dass eine Fremde einfach seinen PC verwendete. Ich bildete mir sogar ein, dass er dies nichtmal bei seinem eigenen Fleisch und Blut gerne sehen würde.

"Ich glaube nicht, dass dein Vater davon begeistert wäre." Merkte ich etwas verstört an, hoffte irgendwie, dass es nur ein schlechter Witz war. Aber irgenwie glaubte ich es besser zu wissen. Oweh. Zusammen mit ihm richtete ich mich auf, verließen mein neues 'Reich' und betraten seines. Nur diese kurze Zeit reichte aus, um mir mein neues Leben schon wieder etwas schmackhafter zu machen. Ich bekam alles um mein Bett zuzuplüschen in unbegrenzter Menge! Ich musste mich stark beherrschen um nicht zu jubeln oder bis über beide Ohren zu grinsen. Mit großer Mühe zügelte ich meine Freude, murmelte lediglich ein schüchternes "Dankeschön". Der PC war noch an und er kramte mir eine Seite aus dem Web hervor. Dann überließ er mir den Platz. Es war ungewohnt mit dieser Tastatur und dem Bildschirm, aber nach ein paar anfänglichen Schwierigkeiten, schaffte ich es durch die Seite zu kommen.

"Öhm... Ich... Ich glaube nicht, dass ich auch nur einen der beiden interessant finden würde..." Murmelte ich, wahrscheinlich schon ziemlich rot im Gesicht. Da ich selbst ja den Körperkontakt scheute, war das Interesse an Mitmenschen auch dementsprechend gering. Verschwitzen Handwerkern würden dies auch nicht wirklich ändern... Eher mein Verhalten bestätigen. "Ich bin da etwas speziell." - //Und dein Grinsen macht mir gerade richtig Angst..// fügte ich in Gedanken hinzu, sagte aber nichts dergleichen. Stattdessen machte ich mich auf die Suche nach einem passenden Bett. Es gab wirklich seltsame Gestelle und so viele unterschiedliche Matratzen! Nach einer gefühlten Ewigkeit aber hatte ich ein passendes Exemplar gefunden. Ein Himmelbett mit Roten Vorhängen und einem Mahagoniholzgestell. Es war wirklich ziemlich schick und da er meinte, dass der Preis keine Rolle spielte, interessierte ich mich gar nicht für diesen.

Kissen und Decken fand ich noch auf der selben Seite, Plüschtiere allerdings musste ich wo anders einkaufen. Dies ging relativ fix, da ich schon vorher wusste, welche Tiere mein Bett zieren würden. Solch ein edeles und teures Ding, vergraben unter Plüsch und Kissen. Ich unterdrückte ein Seufzen. "So ich bin fertig, alles andere musst dann jetzt wohl du machen. Vielleicht kannst du deine Handwerker ja unter irgendeiner Bemerkung mit anfordern. Ich mach sie dir jedenfalls nicht streitig. Und auch keinen anderen Kerl." Sollte er ruhig meinen, dass ich am eigenen Geschlecht mehr Interesse hätte, dann würde er vielleicht auch keine Fragen stellen. Ich hoffte es einfach mal.
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BeitragThema: Re: Die Villa Bleak   Di Jun 02, 2015 8:47 am

"Ach keine Sorge. Sobald er es merkt, wird er dafür sorgen, dass du deinen eigenen bekommst und die Sache ist gegessen. Er kann es sich nicht leisten, in Streit mit dir zu geraten. Meine Mutter mag zwar nicht wirklich viel in der Ehe zu sagen haben, aber das wird sie schon zu verhindern wissen. Außerdem nutzt er den PC eh nie. Wie auch, er ist ja nie hier. Das Ding ist so rein wie frisch gewaschene Handtücher. Nicht eine Datei drauf...außer das, was ich dort versteckt lagere."

Ich hatte mich bereits auf meinem ehemaligen Bett niedergelassen, fletzte mich regelrecht darauf und ließ Angie alle Zeit, die sie brauchte, um ihr Traumbett zu finden. Glücklicherweise war der Bildschirm groß genug, dass ich ab und zu von meiner Position aus einen Blick auf das, was sie sich gerade anguckte, wagen konnte. Was letztendlich bei der Suche herauskam, überraschte mich fast nicht einmal mehr. Aber ich musste gestehen, sie nahm es sehr wörtlich mit "Die Größe ist egal, preis auch." aber das war ja in Ordnung. Meine Kreditkartenrechnungen bekam mein Vater. Passte also, wo er doch so spendabel sein wollte, das Bett zu zahlen.

Ich malte mir gerade den Blick meines alten Herrn aus, wenn er Rechnungen von Online-Sexshops bekam und seine Birne hochrot anlief, als Angies Worte Zweifel in mir weckten. Okay, mein Geschmack, was Männer anging, mochte nicht unbedingt jedem Mädchen gefallen...aber was sprach denn nun gegen zwei gutaussehende, muskulöse Männer im Schweiße ihrer Arbeit? Etwas verwirrt musterte ich sie und war versucht, sie in die Schublade der Fruitcakes zu stecken, der Leute, die ich traf, die eventuell nicht ganz dicht waren, doch ich besann mich eines besseren: Fanden wir doch einfach heraus, worauf sie eher stand als die Adonisi der Arbeiterklasse.
Warum ihr Gesicht dennoch langsam die Farbe von einer verliebten Sechstklässlerin annahm, war fraglich. Da musste mehr dahinterstecken.

Mir gefiel irgendwie die Art, wie sie sprach. Nicht zu freundlich oder frech. Irgendwie... unbeschreiblich, aber es hatte was. Ich schenkte ihr ein freches Grinsen auf ihre Bemerkung mit den Handwerkeranforderungen und half ihr, die Bestellungen abzuschicken, gab aus dem Kopf meine Kredikartendaten an und erhielt die Antwort, dass die Bestellungen alle innerhalb der nächsten 2 Tage eintreffen würden. Dann ließ ich mich wieder auf dem Bett nieder und legte den Kopf in eine Hand, den Ellenbogen auf das Knie gestützt. Die Augenbrauen waren interessiert in die Höhe gezogen und man konnte selbst hinter den Fingern, die meinen Mund halb verdeckten, das Lächeln ausmachen. Leicht drehte ich den Kopf etwas zur Seite und musterte sie abschätzend.

"Als braves Eheweiblein, sei es dir nur hoch anzurechnen, dass du keinerlei Kerle in dein Bett lässt......würde mein Vater jetzt wohl verlauten lassen. Aber das können wir doch nicht so stehen lassen, oder?" ich drehte den Kopf in die andere Richtung. "Möchtest du ein paar hübsche Handwerkerinnen...? Nee~in. Das ist es nicht oder? Dein Kommentar war zu offensichtlich, ich glaube nicht, dass du 'ne Lesbe bist." Kurze musterte ich sie noch, als würde ich auf Antwort warten, ließ dann aber doch von ihr ab. Ging mich ja eigentlich nichts an.
"Na mir solls recht sein, egal welchen Grund du hast, das zu sagen. Kommst du mit ins Wohnzimmer? Was möchtest du trinken, ich knack jetzt erstmal den Spirituosenschrank meines Vaters auf. Er hat erst gestern das Schloss erneuert."
Ich verließ das Zimmer und zog ein schmales Zigarettenetui aus meiner Hosentasche.
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BeitragThema: Re: Die Villa Bleak   Di Jun 02, 2015 8:48 am

Oh doch! In meinen Augen kömnen wir dies sehr wohl so stehen lassen! Ich hatte kein Interesse daran mein Bett zu teilen... Außer mit meinem Haustier vielleicht... Und meiner Schwester. Mit ihr konnte ich sogar im selben Bett schlafen, was mich sehr verwundert hatte. Aber ich vertraute ihr einfach, deshalb war dies wohl möglich.
Das er meine kleine Verwirrung gleich wieder entwirrte, sorgte dafür, dass ich noch röter wurde. Dieses Thema war einfach ein Knackpunkt und es viel mir schwer einen kühlen Kopf zu bewahren. Ansonsten konnte ich problemlos jemanden ins Gesicht lügen.... Nur wenn es um sowas ging nicht. So n Dreck!

"Bin ich voll dafür! Ich glaub das war der beste Satz, den meine Ohren heut vernommen haben." Sofort sprang ich auf, und versuchte mir nicht anmerken zu lassen, wie glücklich ich darüber war, dass er auf das Thema nicht mehr einging. Hätte echt gedacht, jetzt würde er versuchen mich auszuquetschen. Aber er tat es nicht, was ein Glück!

Wir gingen also ins Wohnzimmer und natürlich war mir die Zigarettenbox in seiner Hand aufgefallen, die er in der Zeit aus seiner Tasche herausgekramt hatte. "Du rauchst?" Fragte ich scheinheilig nach und starrte auf die Box. "Sicher hast du für deine 'Angetraute' auch eine übrig. Zwei Tage ist meine letzt her, weil sie mir meine im Polizeiauto abgenommen haben." Ersters sprach ich ganz zahm aus, letzteres mit Abscheu in der Stimme. War doch meine Sache, ob ich rauchte oder nicht... Aber nein, stattdessen nahmen sie mir meine Packung ab und hielten mir eine Strafpredigt. Uh, da war ich echt kurz davor einem Polizisten die Augen auszkratzen. Nur war dies mit Hanschellen und Sicherheitsgitter im Auto nicht möglich. So ein Mist.

"Von einer Shisha wäre ich genzlich auch nicht abgeneigt, aber ich schätze du hast keine hier, oder?" Fragen kostete ja nichts, außer Sauerstoff, deshalb war ich einfach mal so dreist. Wenn er keine hätte, würde ich bei der nächstbesten Gelegenheit eine besorgen, dass nahm ich mir gleich fest vor.

Unten angekommen blieb ich in der Mitte des Raumes hin, unschlüssig was wir nun tun würden. "Erst Sargnägel reinziehen oder gleich einen auf Panzerknacker machen? Mir ist beides recht." Stellte ich klar, zog nebenher einen meiner Zöpfe auf, da dieser sich gelockert hatte. Manchmal hasste ich meine Haare. Ohne die Locken würden sie mir bis zu den Oberschenkeln gehen, so nur bis zur Hüfte... Das reichte auch völlig. Sie waren jetzt schon schwer zu bändigen. Ich fasste die Haare zusammen, nahm das Band und wickelte es um den Ansatz. Dann machte ich eine lieblose Schleife und ließ es wieder sinken. "Kackdinger...." fauchte ich leise vor mich hin, wand aber meine Aufmerksamkeit wieder Casimir zu, schließlich wartete ich noch auf meine Antwort. War ja echt mal gespannt, was uns noch so alles einfallen würde für den Rest des Tages.
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BeitragThema: Re: Die Villa Bleak   Di Jun 02, 2015 8:48 am

"Ich habe keine andere Antwort von meiner Zukünftigen erwartet. Und ich bin froh, dass diese Antwort kam, sonst hätte ich hier noch irgendwelche Interventionen starten müssen." Es war doch immer besser, wenn man ähnlich tickte. Ich war zwar irgendwie recht ... überzeugend manchmal aber man musste ja nicht jeden zu seinem Glück überreden.
Schweigend tappten wir die Treppen hinab, während ich mir meine Zigarette mit dem hübschen, schmalen Designerfeuerzeug anzündete. Man(n) musste sich ja auch mal was leisten, und wenn es ein Slim Zippo für fast 50 Tacken war.

Auf Angies erste Fragen hin runzelte ich leicht die Stirn. War nicht irgendwie während der Unterhaltung mit meinen Eltern schon klar geworden, dass ich gern Skandale anzettelte? Wenn ich dann nicht auch rauchte wie ein Schornstein, war das doch irgendwie widersprüchlich oder nicht? Aber bei dem, was ich alles hinter mir hatte oder noch plante war Rauchen echt nebensächlich. Aber anstatt das lang und breit auszudiskutieren, erwiderte ich lediglich "Klar.", wobei ich damit auf beide ihre Fragen antwortete, mich auf dem Absatz umdrehte, sie anlächelte, und ihr auf Mundhöhe, schon sehr nah an den Lippen, eine Zigarette, Fliter voran, hinhielt. Das Lächeln verwandelte sich langsam in ein Grinsen, als ich von dem Polizeiauto erfuhr. Wir waren wirklich ein Traumpaar. Wie füreinander geschaffen. Bonnie und Clyde. Meine Eltern würden sich freuen, wenn wir erst einmal in Aktion traten, und ich vermutete, dass wir meine bis dato getanen Taten noch übertreffen könnten.
Zudem hielt ich ihr mit der anderen mein hübsches Chrom-Feuerzeug mit den weißen Strass-Steinen hin.

"Shisha? Du meinst das, was die ganzen Kinder paffen, die rebellisch sein wollen, sich aber nicht an die richtige Ware trauen...? Nene, sowas kommt mir nicht unter die Nase. Wer getrocknetes Obst rauchen möchte, kann das machen, aber nicht solang ich in der Nähe bin." Leicht verzog ich das Gesicht und schlenderte wieder weiter. Griff im Vorbeigehen nach der Fernbedienung des Fernsehers, stellte ihn an und wählte den HDMI-Anschluss zu meinem Notebook, das im Regal daneben stand. Mein Online-Player war noch an und sofort lief angenehme Musik. Die Fernbedienung schmiss ich daraufhin ungeachtet auf das Sofa. Ein leises Poltern sagte mir, dass sie auf den Boden gefallen war.

"Naja, wenn du unbedingt 'ne Shisha brauchst, dann kannst du dir eine kaufen, Geld haben wir ja noch genug. Aber die dann bitte nicht unbedingt im gleichen Raum benutzen, in dem ich mit länger aufhalten möchte.", murmelte ich nach einer Weile und schlenderte, die Hände in den Hosentaschen, zu Alkoholschränkchen.
Das ruhige Lied wurde langsam ein wenig unruhiger, da es sich gerade um den Refrain handelte. Meine Zigarette klemmte ich mit der Zunge geschickt im Mundwinkel und sang leise mit, während ich mir aus dem Nadelkissen, dass ich in einer Schublade unter der großen Doppeltür, die den Alkohol versteckte, eine der Nadeln zog. Dazu nahm ich die Rolle Tesafilm, die neben dem Nadelkissen verstaut war, und begann das Nadelöhr zu verkleben, sodass eine Art Griff entstand, da man Nadeln sonst sehr schlecht händeln kann.

"Du kannst übrigens da in dem Notebook auch Musik, die du hörst, zur Playlist hinzufügen. ich weiß, dass Geschmäcker verschieden sind und meiner ist hinsichtlich Musik ein wenig sehr... soft. Also tu dir keinen Zwang an, fühl dich wie zuhause, nutz alles, wie du magst... du kannst auch die Füße auf den Tisch legen, wenn du willst. Hier gelten keine Regeln zur Manier."
Ich begann wieder, leise mitzusingen und schob die Nadelspitze langsam in das in die Schranktür eingebaute Schloss.

[>> Lied:
VAST- Pretty when you cry
...is ne Uncut-Version, kann also sein, dass das iwie für unangemeldete gesperrt ist... xD]
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BeitragThema: Re: Die Villa Bleak   Di Jun 02, 2015 8:49 am

Ich stieß ein zufriedenes Seufzen aus, als er zustimmte, mir einen seiner Sargnägel zu überlassen. Allerdings blieb mir dieses fast im Hals stecken, als er so plötzlich herumwirbelte und mir einen davon vor die Lippen hielt. Unweigerlich zuckte ich zurück und beinahe hätte es dazu geführt, dass ich die Treppe etwas näher kennengelernt hätte. Aber glücklicherweise konnte ich mich davor bewahren und schnappte schüchtern mit meinen Lippen nach der Zigarette. Achtete natürlich streng darauf, dass ich nicht versehentlich seine Finger berührte. Ich war mir sicher, dass er von meinem kleinen Problem noch nichts mitbekommen hatte und an sich war das auch gut so. Man konnte dies nämlich auch gegen mich einsetzen, wie ich bei meinen ach so tollen Freunden lernen musste.

"Hab nie verlangt, dass du da mitziehst. Wollte mich nur informieren."  Meine Stimme war leicht bissig, so hatte er mich doch gerade wirklich einen aufmüpfigen Teenie genannt. Sowas packte ich ja gar nicht. Allerdings hatte er gerade ein Feuerzeug vor meiner Nase, woran ich mir gerade meine Zigarette anzündete.. da musste ich ihn ja nicht gleich anzicken wie eine Furie. Nein Angie, da geht man dann schon etwas bedachter ans Werk, du bist ein gutes und intelligentes Mädchen. Okay, zumindest versuchte ich mir das einzureden, dass es nicht der Wahrheit entsprach wusste ich tief in meinem inneren selbst.

Ich trottete hinter ihm her, sah wie er den Fernseher anschaltete und dieser dann auf dem Laptop Zugriff. Musik erfüllte den Raum und wurde schon nach wenigen Sekunden von einem unschönen scheppern begleitet. Ja, dass war dann wohl die Fernbedienung. Aber man konnte das Teil ja auch nicht einfach wie ein zivilisierter Mensch hinlegen, sondern musste es einfach auf gut Glück in die Ecke werfen. Ich unterdrückte ein Seufzen und nahm dafür einen kräftigen Zug an der Zigarette. NIKOTIN! Ich hatte es so bitter nötig, damit wieder meine Lungen zu füllen, dass war schon fast nicht mehr normal. Jetzt noch Schokolade und Alk und ich wäre zumindest für ein paar Stunden ziemlich glücklich.

Auf seine zweite Aussage hin lächelte ich nur halbherzig. Natürlich würde ich das tun, sobald mir danach war. Um seine Zustimmung hätte ich mich nicht im geringsten geschert. Aber auch diese Aussage verkniff ich mir ganz artig während er begann den Alkschrank zu knacken. Er schien wirklich Erfahrung drin zu haben, dieses Ding aufzubrechen, was ich persönlich ziemlich unterhaltsam fand. Jedoch sagte ich dies nicht, nahm noch mehr Nikotin in mich auf und lauschte diesem seltsamen Lied, welches aus den Boxen drang.

"Och, gegen diese Art von Musik habe ich nichts.. auch wenn der Text etwas.. verstörend klingt?" Etwas sehr sogar. Aber viele Lieder die ich hörte waren nicht besser, ich nahm dies wohl nur nicht mehr bewusst war. "Nunja, sicher werde ich dein Angebot nutzen.. Sport macht ohne Musik nicht sonderlich viel Spaß. Bezüglich der Manieren.. mal sehen. Kann schon mal passieren, dass ich einfach irgendwo im Haus aufm Fußboden schlafe oder solche Gesichten. Aber Essen werf ich nicht durch die Gegend keine Sorge." Plapperte ich vor mich hin, während ich ihm beim tüffteln zusah. Mittlerweile hatte ich auch realisiert, dass er den Text mit seiner Stimme begleitete und musste wirklich zugeben, dass es überhaupt nicht schlimm klang... eher sogar gut.

"Du.. singst wohl auch relativ gern, kann das sein?" Fragte ich und setze mich auf das große Sofa. Natürlich nicht normal, nein, dass wäre ja zu einfach. Ich ließ die beiden Beine über die Lehne baumeln und zupfte meine Kniestrümpfe zurecht. Irgendwie fand ich es sehr faszinierend, dass wir keine Ahnung voneinander hatten und uns teilweise doch so ähnlich waren. Nein.. es war sogar fast erschreckend. Sicher würden wir noch viel Spaß haben.
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BeitragThema: Re: Die Villa Bleak   Di Jun 02, 2015 8:50 am

Ich hielt inne in allem was ich tat und musste grinsen. Ja, der Liedtext war verstörend aber irgendwie auch ziemlich cool. Aber vielleicht stand ich auch einfach nur auf so widerlich egozentrische Arschlöcher wie den Sänger. wahrscheinlich fänd ichs sogar ziemlich geil, wenn der mich so anlügen würde... Aber weg mit den kranken Gedanken, es galt, ein Schloss zu knacken.

Das Lied wechselte und ich hielt den Atem an. Ehrlich jetzt?! Ein leises Prusten ließ sich nicht vermeiden, als eine ziemlich schwul klingende, männliche Stimme gerade "Time for Teletubbies!" wiederholte. Wie erklärte man das jetzt am besten ohne wie ein Freak zu erscheinen, der man leider offensichtlich war?
"Das...scheint die Playlist zu sein, die ich nach ungefähr drei Jollies und ner Flasche Vodka erstellt habe. Dazu spielt es sich besonders gut Call of Duty, weißt du..." Ich in schon so ein Genie...
Und das Lied wechselte wieder, ich atmete auf und bewegte die Nadel ein wenig im Schloss, bis es leise nackte.

"Do Your Ears Hang Low?
Do They Wobble to and Fro?
Can You Tie Them in a Knot?
Can You Tie Them in a Bow?"
, ertönte es durch einen Kinderchor gesungen und ich öffnete die Schranktüren.

"Das Lied ist besonders verstörend, wenn du high bist. Du kannst einfach nicht mehr aufhören daran zu denken, einen Knoten in deine Ohren zu machen... Aber gut. Wir sollten vielleicht das Programm wechseln. Schlimm genug, dass wir mittags anfangen zu trinken, wir müssen nicht auch schon die Schlaflieder vorziehen."
Ich zog eine Flasche Captain Morgan Rum über das Regalbrett nach vorn und begutachtete die Flasche. Ungeöffnet. Great!
Ich stieß einen leisen Pfiff aus und die Zigarette fiel mir beinahe aus dem Mund.

"Bedien dich. ich hol eine Cola und Gläser, aber du kannst auch gern gleich aus der Flasche trinken. Und wenn du so freundlich wärst... such dir eine andere Playlist aus, diese Kinderlieder machen mich verrückt." Ich stellte im Vorbeigehen meine Rumflasche auf den Couchtisch und huschte in die Küche. Im Kühlschrank standen noch zwei große, ungeöffnete Dosen Cola und aus dem Hängeschrank über dem Herd holte ich zwei große Gläser, bevor ich mit allem wieder in das Wohnzimmer zurück kam. Ich schnappte mir,als ich alles abgestellt hatte, meine leere Kaffeetasse vom Frühstück, die noch auf dem Tisch stand und aschte hinein, da es sonst auf den Teppich gefallen wäre.
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BeitragThema: Re: Die Villa Bleak   Di Jun 02, 2015 8:51 am

Ich deutete sein Verhalten einfach mal als ein stillschweigendes ‚Ja‘ und wackelte etwas unbeholfen mit den Beinen, die noch immer über der Sofalehne baumelten. Ich vernahm nur am Rande, dass das Lied nun zu Ende ging und ein neues begann. Eine seltsame Stimme ertönte und leicht verwundert zog ich die Augenbrauen nach oben. Was zur Hölle? Ein leicht verstörter Blick meinerseits glitt zu Casimir, der sogleich eine Erklärung auf den Lippen hatte. Okay, zugegeben.. ich hatte auch manchmal echt komische Lieder auf meiner Playlist. Aber SOWAS? Das ist mir auch im halben Delirium noch nicht unter gekommen. Verkneif dir jeden Kommentar, noch hast du keinen Alkohol in den Flossen! Ich erstickte meine Bemerkung also erneut in Nikotin und wartete darauf, dass das Lied wieder wechselte.

Aber verdammt, was war das nun schon wieder? Diesmal machte ich mir nicht mal die Mühe eine verstörte Grimasse zu ziehen oder auf seine Aussage mit den Knoten in den Ohren einzugehen. Ich glaub, dass war einfach viel zu offensichtlich. Zudem war die Flasche Rum um einiges Interessanter als das Gedudel im Hintergrund. In freudiger Erwartung stieß ich mich vom Sofa ab und landete auf meinen Füßen. „Ich glaub auf die Gläser kann meine Leber noch warten. So nötig hab ich es dann doch nicht, dass ich das Zeug blank runterkippe..“ Meinte ich, machte auf den Absatz kehrt und lief zu seinem Laptop. Nun würde er mal meinen Musikgeschmack kennen lernen. Meine Finger flogen über die Tastatur und schon nach wenigen Klicks hatte ich meine Playlist auf Youtube gefunden. Sie wurde schon ewig nicht mehr aktualisiert, da ich natürlich nicht oft die Chance hatte, an einen PC zu kommen. Nunja bis jetzt zumindest. Ich drücke auf Play und sofort begann die Musik. Wahrscheinlich ist es nicht sein Geschmack, aber sicher könnten wir uns in irgendeiner Form einig werden. Irgendwann.

In the daylight
I’m your sweetheart,
Your goody-two-shoes prude is a work of art
But you don’t know me
And soon you won’t forget
Bad as can be, yeah you  know I’m not so innocent

Ich konnte gar nicht anders als mitzusingen, so hatte ich dieses Lied schon ewig nicht mehr im Originalen gehört. Aber natürlich konnte ich mich nicht so beherrschen wie er und aus leise wurde dann eben laut. Ich mochte das Lied und die kräftige Stimme der Sängerin war unglaublich! Natürlich klang es bei mir nicht halb so toll, aber es Interessierte mich gerade herzlich wenig. Ich drehte mich wieder um, wollte zurück zu der Rumflasche, erschrak aber nur, sodass mir fast die Zigarette aus der Hand gefallen wäre. Ich hatte gar nicht bemerkt, dass er in der Zwischenzeit schon wieder im Wohnzimmer war. Allerdings hielt dieser Schreck nur einen kurzen Augenblick an, er dürfte es wohl gar nicht realisiert haben. Ich ging zum Sofa zurück und machte es mir wieder bequem. Diesmal allerdings setzte ich mich normal hin, schließlich brauchte er auch Platz und zu viel Nähe brauchte ich nicht. Ich warf die Zigarette in die Kaffeetasse, die er bereits zum Ersatzaschenbecher degradiert hat, schnappte mir die Cola und schüttete sie in das Glas. Darauf folgte dann der Rum. Ohja, so war die ganze Sache doch schon viel lustiger. Die Musik wechselte zum Refrain und für einen kurzen Augenblick fragte ich mich wirklich, warum gerade ich seine Musik als verstörend bezeichnete. Ich war doch keinen Deut besser, verdammt!

Better beware I go bump in the night
Devil-may-care with a lust for life
And I know you
Can’t resist this
You know you
Are so addicted
Boy you better run for your life!

Welcome to the nightmare in my head!
Say hallo to something scary
The monster in your bed
Juts give in and you won’t be sorry
Welcome to my other side
Hello it’s Mz. Hyde!

Ich wartete darauf, dass auch er sein ‚Getränk‘ zusammengebraut hatte, dann prostete ich ihm zu und trank einen Schluck. Lange, lange ist es her… Naja zumindest mit dem Captain. Alkohol hatten wir immer irgendwo aufgetrieben. „Ich glaube, dass ich mich langsam an das Leben als Vogel im Goldkäfig gewöhne.“ Gab ich von mir und schnappte mir wieder meine Kippe. Wäre ja Schade um das Teil, wenn es einfach achtlos in der Kaffeetasse verglühen würde. Ungeniert legte ich meine Beine auf den Tisch und wackelte mit dem Zehen im Takt der Musik. Kacke verdammt, ich fühlte mich ja schon fast zuhause hier. Dabei werde ich doch eigentlich unfreiwillig festgehalten! Naja, darüber kann ich mich auch später aufregen, oder morgen… oder nächste Woche.

„So das wichtigste ist geschafft… und weiter?“ Schließlich konnten wir uns doch nicht den ganzen Tag nur sinnlos besaufen! Zumindest ich nicht. Zu viel Alkohol und ich wurde emotional und DAS wollte ich ihm wirklich nicht antun. Zudem wurde das rumhocken auf Dauer wirklich langweilig. Ich konnte aber auch nicht spontan sagen, was ich jetzt gerne tun würde… Außer zurück auf die Straße zu gehen.... natürlich...

[Musik:  Halestorm - Mz. Hyde]
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BeitragThema: Re: Die Villa Bleak   Di Jun 02, 2015 8:52 am

Mit wissendem Blick betrachtete ich Angie, während sie sich über Cola und Rum hermachte. Ja, ja. Ich hab dich gehört, wie du mitgesungen hast. Das kannst du nicht verheimlichen. Aber von dem was ich mitbekommen hatte, musste ich sagen, es war ungefähr auf der gleichen Verstörtenskala wie mein Lied. Doch wer war ich, dass ich begann, hier für Geschmäcker Kritik zu üben?!

Nachdem ich interessiert zugesehen hatte, wie Angies Mische entstand, kippte auch ich ungefähr zwei Fingerglieder viel Rum in mein leeres Glas und füllte den Rest mit Cola auf. Dann erwiderte ich grinsend ihr Posten und trank selbst einen angemessenen Schluck. Ich lehnte mich ein wenig zurück, legte den einen Arm in den Nacken und betrachtete für einen Augenblick die Zimmerdecke. Schloss kurz die Augen und atmete tief durch.

"Nun ja... normalerweise beginne ich das Trinken eher am späten Nachmittag, damit ich gut angeheitert entweder ausgehen kann oder mich mit weniger erzählenswerten Dingen allein oder in Gesellschaft im Schlafzimmer verbarrikadieren kann, aber ich nehme an, wenn du schon keine hübschen Handwerker möchtest, kann ich noch weniger mithalten. Nicht, dass ich darauf jetzt bauen würde, versteh mich nicht falsch. So spontan, ohne aufstehen zu müssen, könnte ich Videospiele anbieten, du kannst dir aber auch weiter die Seele aus dem Leib singen. Ich hab ein nettes Programm, dass scannt Lieder ein, du gibst den Songtext dazu und schon kannst du einen auf Mini-Playback-Show machen. Wir haben leider keine Scheinwerfer oder 'ne Bühne, aber ich denke die Deckenlampe und der Wohnzimmertisch solltens fürs erste tun."

Ich nahm noch einen Schluck und fügte dann hinzu: "Was mir jetzt spontan noch einfällt, ist die Einkaufsliste. So viel haben wir gerade nicht da und ich vermute mal, dass du auch so einiges Persönliches benötigen könntest... Zahnpaste...Shampoo...Tampons... all sowas eben. Wir sollen die Liste der Haushälterin geben, sie sollte in 'ner knappen halben Stunde da sein."
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BeitragThema: Re: Die Villa Bleak   Di Jun 02, 2015 8:52 am

Prompt verschluckte ich mich an meinem Gebräu und hustete um die Flüssigkeit aus meiner Luftröhre zu bekommen. Schon bei der Anspielung auf die Dinge im Schlafzimmer musste ich mich beherrschen, aber darauf folgte ja erst der Oberkracher. Hatte er nicht gesagt, er wäre schwul?! Oder sah ich so dermaßen nach Kerl aus, dass ich schon wieder in sein Beuteschema passte? In diesem Fall müsste ich mich wohl gekränkt fühlen. Noch bevor ich etwas darauf sagen konnte, folgte eine Entschuldigung seinerseits… Er war so verdammt kompliziert. Um nicht weiter auf dem Thema herumreiten zu müssen ließ ich ihn ausplaudern. Seine Vorschläge fand ich ganz interessant, besonders die Videospiele, da ich ja sonst keine in die Finger bekam. Aber leider musste ich dann schlussendlich der Einkaufsliste zusagen, da meine ach so geliebte Mutter nicht an alles gedacht hatte. Ich zog noch ein letztes mal an der Zigarette, dann drückte ich sie in der Tasse aus. Auf das noch viele Folgen werden.

„Meine Mutter, nein ich sollte sie eher Brutkasten nennen, hat mir ein bisschen was zusammengeworfen. Das wichtigste wie Zahnbürste und co. habe ich und wegen meiner Periode muss ich mir auch kaum Gedanken machen. Durch mein geringes Gewicht und mein Soziales Umfeld habe ich eine Art Hormonstörung und so kann es sehr häufig passieren, dass sie einfach komplett ausbleibt. Schätze mal, wenn ich nun hier bleibe, wird sich das irgendwann normalisieren. Aber das kann noch dauern…“ Leicht knabberte ich an meinem Daumennagel, dachte darüber nach, was ich noch brauchen könnte. „Abgesehen von Kajal und Tusche brauche ich keine Schminke… Allerdings Shampoo und Spülungen für meine Haare. Den Lockenstab hat sie mir dazu geworfen.. ich kann es noch immer nicht fassen. Selbst an Deo und Parfüm hat sie gedacht…“ Murmelte ich vor mich hin, ohne wirklich jemanden damit anzusprechen. Es fiel mir allerdings leichter, wenn ich es laut vor mich hin sagte. Ich nahm noch einen Schluck von dem Alkohol und beobachtete meine wackelnden Zehen. Fehlte noch etwas? Ich war mir sicher, dass…. „SCHOKOLADE!“ rief ich plötzlich lautstark aus. Wie konnte ich diese süße Sünde nur vergessen?! Schande über mich und meine Kniestrümpfe!

„Tut.. mir leid. Ich wollte dich nicht verschrecken.“ Fügte ich dann kleinlaut hinzu und lächelte besänftigend. „Ansonsten fällt mir fix nichts ein… In bin ein unkomplizierter Mensch, der sich mit dem was er hat zufrieden gibt. Ach wobei.. Zigaretten wären noch was Feines.“ Naja so unkompliziert dann halt doch nicht, aber er musste ja eh nicht selbst einkaufen gehen und die Haushaltshilfe bekam dafür Geld, dass ich mich hier wohl fühlte. Jeder war auf seine Weise also glücklich. „Bei Essen und Trinken bin ich nicht wählerisch.. das konnte ich mir nie leisten, weder auf der Straße noch Zuhause. Allerdings würde mich Obst, sowas wie Äpfel oder Orangen ziemlich begeistern.“ Den Wunsch auf einen dazugehörigen Schokoladenbrunnen behielt ich mal für mich. Hatte ja gerade erst gepredigt, dass ich ein unkompliziertes Wesen sei und da passte so ein Schokoladenbrunnen nicht mit einem XXL-Bett überein. Der kam dann vielleicht nächste Woche dran.

„Wie is die Haushälterin eigentlich so? Also.. kann man mit ihr Spaß haben, oder ist das so eine verkniffene Zicke, die einen anmeckert, wenn man die Füße auf den Tisch legt?“ Da ich von dieser Frau ja nun abhängig war, bis wir das Grundstück wieder verlassen durften, wollte ich es mir nicht gleich mit ihr verscherzen. Später dann würde sich ja herausstellen, wie wir uns untereinander vertrugen. Ich befürchtete bisher noch immer, am meisten mit Casimir aneinander zu geraten… Keine Ahnung warum. Vielleicht hatte ich nur die Befürchtung, dass seine Eltern dann doch ab uns zu bei ihm durchkamen… Die Erziehung prägte einen manchmal mehr als man es selbst wahrnahm.

"Oh und.. da die Liste in meinen Augen nun weniger interessant ist... ich wäre vorerst dann für Videospiele."
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